Olympia-Dorf auf der A40.

Geschichte:

Im Jahr 2016 hat die Stadt Essen im Rahmen des Planfestellungsverfahrens des 6-streifigen Ausbaus der A40 vom Autobahnkreuz Kaiserberg bis zum Autobahnabschnitt Frohnhausen die Idee gehabt, die A40 zu überdeckeln. Ziel war es die U-Bahnstrecke aus der Mittellage nach oben auf den Deckel zu ziehen, um so Platz für zusätzliche Spuren auf der A40 zu gewinnen und die Luftwerte zu verbessern. Die Pläne wurden bis heute das Jahr 2021 noch nicht umgesetzt.

Planungen:

Im Zuge der Olympia- sowie Paralympics-Bewerbung durch die privatwirtschaftliche Initiative Rhein Ruhr City 2032 hat, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Essen als Standort für das Olympia-Dorf vorgeschlagen. Im Jahr 2018 hat der Oberbürgermeister betont das Olympia-Dorf im Projektgebiet Freiheit Emscher im Essener Norden anzusiedeln. Um erste Ideen für solch eine Planung zu entwickeln, konnte die Stadt Essen die Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund dafür gewinnen, dies als Aufgabe für Studierende des Master-Studiengangs Raumplanung zu stellen. Die Entwürfe von Studierenden werden im Juni 2021 im Rathaus ausgestellt.

Als Alternative für das Olympia-Dorf wurde der A40-Deckel identifiziert. Hierzu hat das Büro Albert Speer + Partner GmbH aus Frankfurt am Main eine städtebaulichen Machbarkeitsstudie erstellt.

Bildnachweise: AS+P Albert Speer + Partner GmbH, Visualisierungen: REDVERTEX, Sofia

Das Konzept stellt zum einen den Wohn- und Lebensraum für die Athleten und zum anderen eine Folgenutzung für die Essener Bürger und Bürgerinnen dar.

Das Konzept gliedert das Plangebiet in drei Teilbereiche, die eine direkte Anbindung mit den umliegenden Parks sowie den neu geplanten zentralen Park besitzt:

– Der westliche Teilbereich zwischen der Wickenburgstraße und Breslauer Straße wird als “West Village” bezeichnet. Dieser Teilbereich soll die Residental Zone I des Dorfes mit Unterkünften und dezentralen Angeboten wie Dining Hall, Service Center/Management, Fitness und Freizeit etc. bilden. Für die Zeit nach der Austragung der Olympischen Spiele soll hier vorwiegend Wohn- und Büronutzung vorgesehen werden.

– Der östliche Teilbereich zwischen der Hobeisenstraße und Holsterhauser Straße wird als “East Village” bezeichnet. Dieser Teilbereich bildet die Residental Zone II des Dorfes und enthält wie die Residental Zone I Unterkünfte und dezentrale Angebote. Für die Zeit nach den Spielen ist hier überwiegend Wohnnutzung angedacht.

– Der mittlere und dritte Teilbereich zwischen der Breslauer Straße und Hobeisenstraße wird als “Olympic Village Plaza” bezeichnet. Dieser Teilbereich sollen neben Unterkünften auch Shops und Cafés angeordnet werden. In der Zeit nach den Spielen soll hier ein Wohnen am Park ermöglicht werden.

Bildnachweis: AS+P Albert Speer + Partner GmbH, Visualisierungen: REDVERTEX, Sofia

Insgesamt ermöglicht das Konzept eine Kapazität in Höhe von ca. 13.000 bis zu 16.000 Betten. Die gesamte Bruttogeschossfläche beträgt ca. 340.000 qm, wobei davon ca. 35 Prozent auf dem Deckel und ca. 65 Prozent in den angrenzenden und überplanten Bestandsgebieten entstehen sollen. Die im Konzept vorgesehene Etagen bewegt sich zwischen zwei und 36 Etagen, wobei die höchsten Etagen-Zahlen in den Hochpunkten am westlichen und östlichen Ende des Plangebietes mit 20 (Westen) bzw. 36 Etagen (Osten) zu identifizieren sind.

Weitere Informationen:

Die Rhein Ruhr City 2032 wurde im Sommer 2016 ins Leben gerufen und befasst sich mit einer Vision: einem überregionalen, gemeinschaftlichen und ökonomisch und ökologisch nachhaltigem Konzept für Olympische und Paralympische Spiele in der Metropolregion Rhein-Ruhr.

Die AS+P Albert Speer + Partner GmbH besteht aus einem Team von 200 Architekten, Stadtplanern, Land­schafts­architekt­en und Verkehrsingenieuren und plant gemeinsam mit Geographen, Innenarchitekten und Projektmanagern Vorhaben aller Maßstäbe von der Landesplanung bis zum Archi­tek­turdetail.